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Tourette: „Night Flight“
In England befindet sich der Ruf von Dubstep als innovative
Musikrichtung unter vielen Kennern bereits seit Längerem im
Abstieg. Da kommt es gerade recht, dass sich weltweit kleine Keimzellen
herausbilden, welche das Genre aus einer komplett anderen
kulturellen Perspektive neu beleuchten. Auch in Deutschland
hält das ursprüngliche Dubstep-Virus kaum noch mit seinen lokalen
Mutationen mit. Martin Peth aus Bonn beispielsweise hat unter dem
Namen Tourette eine ganz persönliche Variante entwickelt, welche
der derzeit grassierenden Tendenz hin in Richtung immer mehr Bassgewalt
und Percussion-Wahnsinn entschieden widerspricht und sich
eher an den Wurzeln orientiert: „Ich mag am Dubstep besonders die
Vielfalt der Stile, Sounds und Rhythmen“, so Peth. „Da kann man ein
Set gut als kleine Reise durch das Genre anlegen. Was mir schnell auf
die Nerven geht, ist die ganz harte Schiene, das reine Gebretter.“ Peths
Antwort auf die sinnlose Gewalt: „Night Flight“, ein Tune auf dem
er die Grenzen eines Stils auslotet, den man als Ambient-Dubstep
bezeichnen könnte. Und tatsächlich dominieren hier weiche Echos,
perlende Sequenzen und zarte Melodien, gemahnen die Beats eher
an traumhaften Garage denn stampfenden Dubstep. Man kann aus
der musikalischen, den gesamten Frequenzbereich auslotenden, Produktion
die Vergangenheit als Gitarrist heraushören, aus dem vielseitigen
Arrangement den Quereinstieg: „Mein Produktionsstil ist eher
chaotisch, ich fange mit einer Idee an und lasse mich treiben. Das führt
dazu, dass viele Sachen nicht fertig werden.“ Wenn sie jedoch fertig
werden, erzielen sie eine hypnotische Intensität, die auch auf dem
Dance¥ oor bestens zur Geltung kommt – wie er als Teil der Bonn-
Better-Know-Crew im neuen feinen Szene-Cafe „La Victoria“ oder
auf den Dubstep-Nächten im Backstage beweist. Und dass er durchaus
auch eine härtere Gangart einschlagen kann, zeigt seine aktuelle
Kollaboration „Schotter“ mit Bassrael, Napalm Dread und Bassador,
die genau wie „Night Flight“ auf dem Sinsheimer Netlabel Subbass
erschienen ist, das unter anderem mit vier massiven Samplern Dubstep
in Deutschland ein Zuhause gegeben hat – und dabei immer wieder
für stilistische Bereicherung sorgt.

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